Die Vorteile von plyometrischem Training
Was ist plyometrisches Training überhaupt?
Darunter versteht man Übungen, bei denen eine explosive Bewegung direkt auf eine kurze Dehnungsphase folgt. Dieses Prinzip basiert auf dem sogenannten Stretch-Shortening-Zyklus: Die Muskulatur wird zunächst vorgedehnt und dann sofort aktiv verkürzt. Als Beispiel wäre ein Sprung zu nennen, wo man zuerst ganz kurz hinunter geht um dann sofort zu springen im Unterschied zu einem Sprung, wo man kurz ein paar Sekunden in der tiefsten Position verharrt. Ziel ist es, die gespeicherte elastische Energie der Muskulatur und Sehnen maximal auszunutzen – für mehr Explosivität, Schnelligkeit und Reaktivkraft.
Somit ist nicht jeder Sprung ist automatisch „plyometrisch“. Nur wenn der Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus genutzt wird, spricht man im eigentlichen Sinne von plyometrischem Training.
Doch nun zu den Vorteilen von dieser Art von Training:

1. Verbesserung der Schnellkraft (Rate of Force Development, RFD)
Eine der wichtigsten athletischen Fähigkeiten ist die Schnellkraft, auch bekannt als Rate of Force Development (RFD). Sie beschreibt, wie schnell du Kraft aufbauen kannst zum Beispiel beim Start eines Sprints, einem Richtungswechsel oder einem Sprung oder auch im Kampfsport, wenn z.B. im Boxen die Faust maximal schnell nach vorne muss.
Studien zeigen, dass plyometrisches Training die RFD signifikant verbessert. Markovic und Mikulic (2010) fanden in ihrer Übersichtsarbeit, dass wiederholte, explosive Sprünge zu messbaren Anpassungen im neuromuskulären System führen: Die neuronale Ansteuerung der Muskulatur wird effizienter, das Zusammenspiel verschiedener Muskeln (intra- und intermuskuläre Koordination) verbessert sich, wodurch die Kraft schneller verfügbar ist.
Diese Effekte entstehen nicht nur bei Leistungssportlern, sondern auch bei Freizeitathleten und sogar im Reha-Bereich. Je schneller du Kraft entwickeln kannst, desto leistungsfähiger und reaktiver wirst du in Alltag und Sport.

2. Steigerung der Explosivkraft und Sprunghöhe
Neben der Schnellkraft steigert plyometrisches Training auch die maximale Explosivkraft, also die Fähigkeit, in kurzer Zeit möglichst viel Kraft freizusetzen. Das ist essenziell für alle Bewegungen, die mit Abstoß oder Abdruck zu tun haben – also Sprünge, Sprints oder z.B. auch ein Kugelstoß.
Ramirez-Campillo et al. (2015) analysierten in einer Meta-Studie über 100 wissenschaftliche Arbeiten und kamen zu einem klaren Ergebnis: Sowohl Anfänger als auch erfahrene Athleten verbesserten durch Sprungtraining ihre Sprunghöhe signifikant – oft bereits nach 6 bis 8 Wochen. Der größte Fortschritt zeigte sich beim Countermovement Jump (CMJ), einer der standardisierten Tests zur Erfassung von Explosivkraft.
Entscheidend ist nicht nur die Kraft der Beinmuskulatur, sondern auch die Qualität der Bewegungsausführung. Sprungtraining verbessert beides: die körperlichen Voraussetzungen und das Bewegungstiming.

3. Verbesserung der Lauf- und Sprintleistung
Sprünge helfen nicht nur beim Hochspringen, sie machen dich auch schneller auf der Laufstrecke. Vor allem Antritt, Beschleunigung und Richtungswechsel profitieren von regelmäßigen plyometrischen Reizen.
De Villarreal et al. (2012) konnten in einer systematischen Untersuchung zeigen, dass gezieltes Sprungtraining die Sprintleistung besonders auf den ersten 40 Metern deutlich verbessert. Die Erklärung liegt in der verbesserten Nutzung der elastischen Energie in Sehnen und Muskeln: Die Beinmuskulatur (+ Sehnen) nutzt gespeicherte elastische Energie effizienter, wodurch Bewegungen dynamischer und ökonomischer ablaufen.
Besonders effektiv sind hierbei Sprungvarianten mit horizontaler Komponente wie Bounding, einbeinige Hops oder Drop Jumps. Diese erhöhen die Fähigkeit, nach kurzer Bodenkontaktzeit wieder maximalen Abdruck zu erzeugen, exakt wie beim Sprint.
4. Verletzungsprävention, v. a. bei Knie und Sprunggelenk
Ein entscheidender Vorteil plyometrischer Komponenten in Trainingsprogrammen liegt in ihrer nachweislich präventiven Wirkung auf vordere Kreuzbandverletzungen (ACL), besonders bei Sportarten mit häufigen Stopps, Richtungswechseln oder Sprüngen.
Eine sehr umfassende Meta-Analyse aus dem Jahr 2022 über 9 Studien insgesamt mit über 14.000 Teilnehmer:innen bestätigt: Programme mit plyometrischen Übungen können das Verletzungsrisiko des vorderen Kreuzbandes um bis zu 60 % reduzieren im Vergleich zu Standard-Warm-ups ohne solche Übungen.
Dies verdeutlicht eindrucksvoll: Plyometriebasierte Präventionsprogramme wirken – und zwar deutlich messbar. Besonders stark war der Effekt bei nicht-kontaktbedingten Verletzungen des vorderen Kreuzbandes und bei Männern. Warum der Effekt bei Männern größer war als bei Frauen könnte sowohl anatomische und biomechanische als auch hormonelle Gründe haben, die Frauen anfälliger für Kreuzbandverletzungen machen.
Die physiologischen Mechanismen dahinter: Verbesserung der Landetechnik, stabile Kontrolle über Hüfte und Knie sowie eine gezielte Aktivierung der muskulären Führungsstruktur der Extremitäten. Genau diese Faktoren sind entscheidend, um typische Bewegungsmuster mit hohem Verletzungsrisiko zu vermeiden.
Auch Programme wie das international etablierte „FIFA 11+“, das weltweit zur Verletzungsprävention eingesetzt wird, basieren auf genau diesen Erkenntnissen und beinhalten gezielte plyometrische Inhalte.

5. Verbesserte Knochendichte und Sehnensteifigkeit
Plyometrisches Training wirkt nicht nur auf Muskeln und Nerven, es beeinflusst auch Knochen und Sehnen. Die hohe mechanische Belastung bei Sprüngen löst in diesen Geweben spezifische Anpassungen aus: Die Knochendichte steigt, Sehnen werden steifer und belastbarer, was wiederum die Kraftübertragung verbessert und Verletzungen vorbeugt.
Nikander et al. (2010) zeigen in einer umfangreichen Übersichtsarbeit, dass besonders Sprungformen – im Gegensatz zu reinem Ausdauertraining – eine signifikante Erhöhung der Knochenmineralisierung bewirken. Das ist nicht nur für junge Athleten interessant, sondern auch für ältere Menschen im Kontext der Osteoporose-Prävention. Wie eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2019 festgestellt hat, sind Sprünge auch für Menschen über 60 Jahren eine praktikable und sichere Möglichkeit, um (neben vielen anderen gesundheitlichen Parametern) auch die Knochendichte zu erhöhen. Am besten durchgeführt in Kombination mit einem Krafttraining.
Zudem passt sich die Sehne durch plyometrische Belastung an: Sie wird steifer, kann mehr Kraft speichern und schneller wieder freigeben, was sich direkt positiv auf Sprung- und Laufleistung auswirkt.
6. Übertragung auf sportartspezifische Bewegungen
Die meisten Sportarten basieren auf schnellen, zyklischen oder reaktiven Bewegungen – sei es Sprinten, Springen, Richtungswechsel oder Werfen. Plyometrisches Training verbessert die entsprechenden Fähigkeiten direkt und hat somit eine hohe Übertragbarkeit auf komplexe sportliche Bewegungen.

Fazit: Sprünge gehören in jedes gut strukturierte Trainingsprogramm
Ganz egal ob du ein Weekend Worrier oder Leistungssportler bist: Sprünge bieten ein enormes Potenzial, um Leistung zu verbessern, Verletzungen zu vermeiden und langfristige Gesundheitsziele zu fördern. Dabei ist nicht nur die Art der Sprünge entscheidend, sondern auch die Dosierung und Progression.
Denn ein Hinweis zum Schluss sei hier noch angebracht: Die Kräfte, die bei Sprünge auf den Körper wirken, sind enorm und die Belastungen im Krafttraining dazu gerade lächerlich. Deshalb ist umfangreiches Aufwärmen, eine gute Technik und volle Konzentration bei der Übungsausführung notwendig.
Beginne mit wenigen und „einfachen“ Sprüngen (z.B. Hops oder Squat Jumps) und steigere dich über die Wochen und Monate langsam im Volumen und in der Intensität der Sprünge. Achte besonders bei der Landung auf eine gute Technik.
Neuro-musculoskeletal and performance adaptations to lower-extremity plyometric training, Markovic & Mikulic, 2010
Plyometric-Jump Training Effects on Physical Fitness and Sport-Specific Performance According to Maturity: A Systematic Review with Meta-analysis, Ramirez-Campillo et.al., 2023
The effects of plyometric training on sprint performance: a meta-analysis, Sáez de Villarreal, 2012
A meta-analysis of the effect of neuromuscular training on the prevention of the anterior cruciate ligament injury in female athletes, Ho Yoo et.al., 2009
Anterior Cruciate Ligament Injuries in Female Athletes Part 2, A Meta-analysis of Neuromuscular Interventions Aimed at Injury Prevention, Hewett et.al., 2005
Injury prevention programs that include plyometric exercises reduce the incidence of anterior cruciate ligament injury: a systematic review of cluster randomised trials, Wesam Saleh A Al Attar et.al., 2022
Targeted exercise against osteoporosis: A systematic review and meta-analysis for optimising bone strength throughout life, Nikander et.al., 2010
The Efficacy and Safety of Lower-Limb Plyometric Training in Older Adults: A Systematic Review, Vetrovsky et.al., 2019
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Ab 65,00 €Kann man mit Kettlebells Muskeln aufbauen
Kann man mit Kettlebells Muskeln aufbauen?
Ein umfassender Leitfaden zur Hypertrophie mit Kettlebells.
Der Muskelaufbau – in der Fachsprache als Hypertrophie bezeichnet – ist ein komplexer Prozess, der eine Vielzahl von Faktoren umfasst. Ob man mit Kettlebells Muskeln aufbauen kann, ist eine häufig gestellte Frage, da diese Trainingsgeräte oft für „funktionelle Fitness“ und Kraftausdauer verwendet werden, weniger jedoch als primäres Mittel für den klassischen Muskelaufbau gelten. In diesem Artikel werden wir untersuchen, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit der Muskelaufbau auch mit Kettlebells erfolgreich sein kann, welche Übungen eher für die Hypertrophie geeignet sind und warum viele Menschen Schwierigkeiten haben, mit Kettlebells Muskeln aufzubauen.
Was ist Hypertrophie?
Hypertrophie ist die Zunahme der Größe von Muskelzellen, die zu einer sichtbaren Vergrößerung der Muskulatur führt. Der Prozess der Hypertrophie wird durch eine Kombination aus mechanischer Spannung, metabolischem Stress und Muskelschäden (Mikrotraumata) angestoßen. Damit Hypertrophie auftritt, müssen mehrere Schlüsselfaktoren berücksichtigt werden:
- Progressive Überlastung: Dies bedeutet, dass der Muskel kontinuierlich mit zunehmendem Gewicht oder größerem Widerstand belastet werden muss, um weiter zu wachsen.
- Volumen: Ein ausreichendes Trainingsvolumen (die Gesamtzahl an Sätzen und Wiederholungen) ist entscheidend für den Muskelaufbau. Studien zeigen, dass das Volumen für Hypertrophie mindestens im Bereich von 6–20 Wiederholungen pro Satz liegen sollte (auch wenn man auch mit deutlich mehr Wiederholungen noch Muskeln aufbauen kann).
- Intensität: Dies bezieht sich auf die Last, mit der ein Muskel trainiert wird. Für Hypertrophie ist eine Belastung von etwa 60–85% des 1RM (Ein-Wiederholungsmaximums) erforderlich.
- Erholung: Muskeln wachsen nicht während des Trainings, sondern in der Erholungsphase, wenn sie sich von den Mikrotraumata erholen, die durch das Training entstanden sind.
- Ernährung: Um Muskeln effektiv aufzubauen, ist eine ausreichende Protein- und Kalorienzufuhr notwendig. Doch da das Thema Ernährung so groß ist, wollen wir dieses Fass hier nicht aufmachen, sondern uns um das Training kümmern.
Kettlebells und Hypertrophie: Geht das?
Kettlebells sind vielleicht die vielfältigsten Trainingsgeräte, die in einem Fitnessstudio zu finden sind. Sehr häufig werden sie für das „Conditioning“ von Athleten verwendet. Aber kann man mit diesen wunderschönen Kugeln auch gezielt Muskeln aufbauen?
Die Antwort ist: Ja, aber es gibt einige Voraussetzungen, die beachtet werden müssen.
Mit unseren Kettlebells liegst du auf jeden Fall richtig.

Gusseisen Kettlebell
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Competition Kettlebells
Ab 65,00 €Welche Übungen fördern Hypertrophie und welche weniger?
Kettlebell-Übungen wie Snatches, Cleans und Swings sind dynamische Bewegungen, die in erster Linie für Kraftausdauer verwendet werden. Diese Übungen bieten viele Vorteile, aber sie sind nicht die besten für den klassischen Muskelaufbau aus folgenden Gründen:
Snatches und Cleans: Diese explosiven Bewegungen erfordern eine hohe Geschwindigkeit und Koordination. Sie sind darauf ausgerichtet, die Muskeln schnell zu aktivieren, bieten jedoch in der Regel nicht die notwendige Zeit unter Spannung, die für den Muskelaufbau erforderlich ist. Diese Übungen werden in der Regel mit leichteren Gewichten durchgeführt, was bedeutet, dass sie eher auf Kraftausdauer und Explosivität als auf Hypertrophie abzielen.
Swings: Kettlebell-Swings sind ausgezeichnet für die Entwicklung von Hüftstreckern und Gesäßmuskeln, aber auch hier fehlt häufig die Zeit unter Spannung, die für den Muskelaufbau notwendig ist. Die Wiederholungszahl ist tendenziell hoch und die Bewegung ist sehr schnell, was für eine hohe metabolische Belastung sorgt, aber nicht unbedingt für eine gezielte Hypertrophie.
Warum sind diese Übungen weniger geeignet?
- Geringe Zeit unter Spannung: Für Hypertrophie ist es wichtig, dass die Muskeln ausreichend Zeit unter Spannung bleiben. Explosive Bewegungen wie bei Snatches und Cleans bieten häufig nicht die erforderliche Dauer der Spannung, um die Muskelfasern zu stimulieren.
- Geringe Gewichtsbelastung: Viele Kettlebell-Übungen, besonders die dynamischen, erfordern nicht die maximalen Belastungen, die notwendig sind, um mit hoher Intensität für Hypertrophie zu trainieren.
Doch es soll hier betont werden, dass die obigen Ausführungen NICHT bedeuten, dass man mit Snatches, Cleans oder Swings keine Muskeln aufbauen kann! Gerade Anfänger werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch mit diesen dynamischen Übungen an Kraft und Muskelmasse zulegen. Nur gibt es eben andere Übungen, die für einen gezielten Muskelaufbau noch besser geeignet sind.
Welche Übungen mit Kettlebells sind besser für Hypertrophie geeignet?
Die folgende Auflistung ist auf keinen Fall vollständig, sondern soll nur einige Beispiele liefern.
Kettlebell Goblet Squats: Diese Übung stärkt die Oberschenkel, Hüften und Gesäßmuskeln und kann bei richtiger Ausführung eine hohe Zeit unter Spannung bieten, was für die Hypertrophie wichtig ist. Sie kann mit höheren Gewichten und in einem moderaten Tempo ausgeführt werden, um Muskelversagen zu erreichen.
Kettlebell Kreuzheben (Deadlifts): Kettlebell-Kreuzheben ist eine hervorragende Übung für die hintere Kette, einschließlich des unteren Rückens, der Oberschenkel und des Gesäßes. Durch die Möglichkeit, das Gewicht schrittweise zu erhöhen, kann diese Übung effektiv zur Muskelhypertrophie eingesetzt werden.
Kettlebell Lunges: Kettlebell-Ausfallschritte sind ebenfalls eine sehr gute Übung, um die Bein- und Gesäßmuskulatur zu entwickeln. Sie ermöglichen es, das Gewicht zu variieren, um die Muskeln gezielt zu belasten und eine größere Zeit unter Spannung zu erreichen.
Kettlebell Press: Das Kettlebell-Überkopfdrücken ist eine großartige Übung für den Schulterbereich, die mit einem stabilen Gewicht und einer langsamen, kontrollierten Bewegung durchgeführt werden kann, um Muskelversagen zu erreichen und Hypertrophie zu fördern.
Kettlebell Rows: Um die Rückenmuskulatur zu entwickeln, eignen sich unterschiedlichste Rudervarianten mit der Kettlebell (einarmig oder beidarmig) sehr gut, vor allem, wenn sie in einem moderaten Tempo und mit schwereren Kettlebells durchgeführt werden.

Warum viele Menschen mit Kettlebells keine Muskeln aufbauen
Es gibt mehrere Gründe, warum viele Menschen mit Kettlebells Schwierigkeiten haben, signifikante Muskeln aufzubauen:
- Zu leichte Gewichte: Die meisten Kettlebell-Übungen, besonders die funktionellen, erfordern oft geringere Gewichte, was die Möglichkeit der progressiven Überlastung einschränkt. Ohne die Möglichkeit, das Gewicht signifikant zu steigern, wird es schwieriger, die Muskeln konstant zu belasten.
- Fehlende progressive Überlastung: Für den Muskelaufbau ist es entscheidend, dass die Belastung auf den Muskel mit der Zeit erhöht wird. Kettlebell-Übungen wie Swings und Cleans bieten in der Regel nicht genug Platz für eine signifikante progressive Überlastung, besonders wenn die Übungen auf Ausdauer oder Explosivität abzielen.
- Fehlende Trainingsstruktur: Wenn man mit Kettlebells trainiert, neigen viele dazu, das Training eher auf Kondition und Ausdauer auszurichten, was den Fokus von der Hypertrophie ablenkt. Ein strukturierter Trainingsplan, der auf Volumen und Intensität ausgerichtet ist, fehlt häufig.
Warum man nicht nur mit einer Kettlebell auskommt
Für unterschiedliche Übungen sind unterschiedliche Gewichte notwendig. So wird wohl kaum jemand für Schulterdrücken das gleiche Gewicht wie für z.B. einen Globet Squat benötigen. Darüber hinaus wirst du durch das Training immer stärker. Um weiterhin dein Training in der entsprechenden Intensität absolvieren zu können, sind somit immer mehrere Kettlebells notwendig. Abhilfe kann hier eine verstellbare Kettlebell bringen.
Schlussfolgerung
Ja, es ist definitiv möglich, mit Kettlebells Muskeln aufzubauen, aber dies erfordert bestimmte Voraussetzungen. Um mit Kettlebells signifikante Fortschritte in der Hypertrophie zu erzielen, müssen die richtigen Übungen ausgewählt, ausreichend Gewicht und Volumen verwendet und der Fokus auf progressive Überlastung gelegt werden. Mit dynamischen Übungen wie Snatches und Cleans sind langfristig weniger geeignet, um gezielt Muskeln aufzubauen, da sie meist auf Kraftausdauer und Explosivität abzielen. Stattdessen sollten Übungen wie Goblet Squats, Kettlebell Deadlifts, Rows und Presses in den Vordergrund treten.
Mit einer kleinen Auswahl an Kettlebells und einem progressiv aufgebautem Trainingsplan steht einem Muskelaufbautraining mit Kettlebells nichts im Weg. Als Zusatz würde ich noch Klimmzüge als Übung ohne Kettlebells in den Plan integrieren, um alle Bewegungen abzudecken.
Jetzt weißt du, wie man mit Kettlebells Muskeln aufbauen kann, bist aber noch auf der Suche nach den richtigen Kugeln? Dann lies unseren großen Kettlebell-Guide.
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Ab 65,00 €Kettlebell Farbcodes – was sie bedeuten
Dies ermöglicht ein sofortiges Erkennen des Gewichtes der Kugelhantel, mit der trainiert wird oder trainiert werden soll. Sowohl in der Crossfit Box, im kommerziellen Fitnessstudio als auch im Home Gym findet man sich so sehr schnell zurecht und braucht nicht erst das Gewicht auf der Kugel ablesen.
- 8 kg - pink
- 12 kg - blau
- 16 kg - gelb
- 20 kg - lila
- 24 kg - grün
- 28 kg - orange
- 32 kg - rot
- 36 kg - grau
- 40 kg - weiß
- 44 kg - silber
- 48 kg - gold
Die Zwischengewichte (10 kg, 14 kg, 18 kg, 22 kg, 26 kg, 30 kg, 34 kg) haben die gleiche Farbe wie die 2 kg leichtere Kettlebell und sind zusätzlich mit einem schwarzen Streifen markiert.
Nun weißt du, welche Farbe welches Gewicht ist, weißt aber nicht, welche Kettlebell du kaufen sollst? Dann lies dir unseren umfangreichen Kettlebell Kaufguide durch, um einen Überblick zu bekommen.
Bei uns findest du die besten Competition Kettlebells von 8 – 48 kg.

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Ab 65,00 €Welche Kettlebell kaufen? Eine umfassende Übersicht.
Arten von Kettlebells:
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Gusseisen-Kettlebells:
Kettlebells aus Gusseisen sind von 2 bis 92 kg erhältlich und werden mit steigendem Gewicht immer größer. Diese Kugeln gibt es entweder mit Lackierung (etwas rutschiger) oder mit griffiger Pulverbeschichtung. Wichtig ist hier auch, dass die Kettlebell samt Griff aus einem Guss kommt und der Griff nicht extra angeschweißt wurde. Manche Fitness-Kettlebells sind mit Zement gefüllt und manchmal auch zum Schutz des Bodens mit Neopren oder Vinyl überzogen.
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Competition-Kettlebells
Diese Kugelhanteln gibt es von 8 bis 48 kg und alle Gewichtsklassen haben exakt die gleiche normierte Größe. Diese Kugeln eignen sich besonders gut für Schwungübungen wie Cleans oder Snatches und werden auch im Kettlebellsport verwendet.
Bei den Competition Kettlebells unterscheidet man noch grundlegend zwischen zwei Arten von Kugeln:

1. Kettlebells, die von unten gefüllt werden (meist mit einer Mischung aus Beton und Eisenresten) und oben hohl sind. Diese Kugeln können mit der Zeit zu „rascheln“ beginnen, wenn sich einzelne Teile in der Kugel lösen.

2. Kettlebells, die innen hohl sind (und meist ein Loch am Boden haben) und wo die Wandstärke mit steigendem Gewicht zunimmt. Hier ist der Schwerpunkt der Kugel näher beim Griff, wodurch sich diese Kettlebells perfekt für alle dynamischen Übungen wie Clean, Snatch oder natürlich auch für die Kettlebell Jonglage eignen. Diese Kettlebells sind zwar am teuersten, sie sind jedoch quasi unverwüstlich.
Ein wichtiger Hinweis noch zu verchromten Griffen: Bei manchen Herstellern sind die Griffe verchromt, was dazu führt, dass man zwar bei trockenen Händen sehr gut hält (fast schon zu gut, weil die Haut aufreißen kann), sobald die Hände vom Schweiß feucht werden, ändert sich das schlagartig und der Griff wird sehr rutschig. Besser sind unlackierte Griffe, da die einen besseren Halt bieten.

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Kettlebells aus anderen Materialien:
Neben den beiden oben genannten gibt es noch Kettlebells aus Plastik, die mit Zement oder Sand gefüllt sind. Für ein ernsthaftes Training über einen längeren Zeitraum sind diese Kettlebells nicht zu empfehlen. Sie können Schmerzen am Unterarm verursachen und werden bei höherem Gewicht sehr schnell sehr groß. Auch der Griff wird mit zunehmendem Gewicht sehr groß. Zusätzlich ist die Lebensdauer dieser Plastikkettlebells sehr begrenzt.
In letzter Zeit findet man auch immer öfter Säcke mit Griff, die mit Sand befüllt werden. Abseits von Swings und vielleicht die eine oder andere Übung sind die Einsatzmöglichkeiten dieser Produkte sehr begrenzt und mit einer Kettlebell haben sie nicht sehr viel zu tun.
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Kettlebells, die mit normalen Gewichtsscheiben beladen werden:
Hier handelt es sich nur um eine Stange mit einem Griff dran und nicht um eine Kettlebell im herkömmlichen Sinn. Diese Art von „Kettlebells“ eignet sich nur für Swings.
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Verstellbare Kettlebells:
Verstellbare Kettlebells sind eine weitere Option, die es ermöglicht, mit verschiedenen Gewichten zu trainieren, ohne mehrere einzelne Kettlebells kaufen zu müssen. Diese Kettlebells verfügen über einen Mechanismus, der es ermöglicht, das Gewicht schnell und einfach anzupassen, indem man zusätzliches Gewicht hinzufügt oder entfernt. Während verstellbare Kettlebells praktisch sind und Platz sparen können, gibt es einige Einschränkungen zu beachten.
Verstellbare Competition-Kettlebells sind in dieser Hinsicht die beste Wahl, da sie die genaue Größe und Form einer Standard-Kettlebell beibehalten. Dies ist entscheidend für die korrekte Ausführung von Übungen und die Einhaltung von Wettkampfstandards. Andere Arten von verstellbaren Kettlebells, insbesondere solche mit ungewöhnlichen Formen oder Größen, können die Bewegungsmuster beeinträchtigen und das Verletzungsrisiko erhöhen. Wenn man also eine verstellbare Kettlebell in Betracht zieht, ist es ratsam, sich für ein Modell zu entscheiden, das die Form und Größe einer Standard-Kettlebell beibehält, insbesondere wenn man ernsthaftes Kettlebell-Training oder Wettkämpfe in Betracht zieht. Schau dir doch hier mal unsere verstellbaren Competition Kettlebells an.

Die Vorteile von Gusseisen Kettlebells:
- Etwas Günstiger: Der geringere Preis ist wohl der größte Vorteil von Kugelhanteln aus Gusseisen.
- Platzsparend: Dieses Argument gilt natürlich nur bis zu einer gewissen Größe. Denn richtig schwere Gusseisen Kettlebells sind deutlich größer als Competition Kugeln.
- Für die sogenannten Grinds (Turkish Get Up, Strict Press, Squats) zu empfehlen.
- Teilweise breiterer Griff: Wenn man viele Swings macht, kann der breitere Griff bei den schwereren Gusseisen Kugeln gegenüber den Competition Kettlebells von Vorteil sein.
- Sind bereits ab 2 kg (nur für Kleinkinder sinnvoll) und bis 92 kg erhältlich, somit sind hier dem Training kaum Grenzen gesetzt.
Die Nachteile von Gusseisen Kettlebells:
- Leicht unterschiedliche Technik: Durch die unterschiedliche Größe je nach Gewicht ist somit auch die Technik bei den dynamischen Übungen immer leicht anders.
- Jede Kugel liegt woanders am Unterarm auf.

Die Vorteile von Competition Kettlebells:
- Einheitliche Größe: Das augenscheinlichste und wichtigste Merkmal von Wettkampf Kettlebells ist deren einheitliche Größe.
- Alle Kugeln sind entsprechend auch gleich hoch.
- Durch die einheitliche Größe liegt die Kugel unabhängig vom Gewicht immer gleich am Unterarm.
- Standard für den Girevoy Sport
- Technik für Clean, Snatch,… bleibt gleich unabhängig vom Gewicht.
- Perfekt geeignet für dynamische Übungen wie Clean, Jerk und Snatch oder auch Kettlebell Jonglage.
- Sehr guter Schwerpunkt (besonders bei den hohlen Kettlebells) und dadurch perfektes „Flugverhalten“.
- Schön bunt 😉
Die Nachteile von Competition Kettlebells:
- Als Nachteil von Competition Kettlebells ist eigentlich nur der etwas höhere Preis zu nennen, wobei sich dieser relativiert, wenn man bedenkt, dass gute Kettlebells ein Leben lang halten.

Vorteile von verstellbaren Kettlebells:
- Platzsparend: Verstellbare Kettlebells bieten die Möglichkeit, mit verschiedenen Gewichten zu trainieren, ohne eine große Sammlung einzelner Kettlebells zu benötigen. Gerade für das Training zu Hause im Wohnzimmer können verstellbare Kettlebells eine sehr gute Lösung sein.
- Kostengünstig: Im Vergleich zum Kauf mehrerer einzelner Kettlebells sind verstellbare Modelle eine sehr kostengünstige Option. Bekommt man z.B. eine verstellbare Kettlebell von 12 bis 32 kg bereits um unter 300 €, so würden alle Kettlebells (in 2-kg-Schritten) je nach Hersteller 1.200 € oder mehr ausmachen.
Nachteile von verstellbaren Kettlebells:
- Zeitaufwand beim Gewichtswechsel: Auch wenn sich der Zeitaufwand des Gewichte Wechselns mit unter einer Minute in Grenzen hält, werden jene Sportler, die pro Training mehrere verschiedene Gewichte bei ihrer Kettlebell benötigen, wohl eher zu Kettlebells mit fixen Gewichten greifen.
- Bei manchen Herstellern variiert die Form je nach Gewicht: Die verstellbaren Kettlebells mancher Hersteller verändern je nach Gewicht ihre Form. Dies spielt für Übungen wie Kreuzheben oder Rudern keine große Rolle, klassische Kettlebellübungen wie der Clean oder Snatch werden dadurch aber unmöglich.
Warum es oft besser ist, gleich etwas mehr Geld auszugeben:
Beim Kauf von Kettlebells sollte man bedenken, dass es sehr große Qualitätsunterschiede gibt. Billige Kugelhanteln, insbesondere solche aus minderwertigen Materialien wie Plastik, können ungleichmäßige Gewichtsverteilungen aufweisen, was so manche Übung im besten Fall unangenehm, im schlimmsten Fall ein vernünftiges Training unmöglich macht. Zusätzlich ist die Lebensdauer von solchen Kugeln sehr begrenzt. Im Gegensatz dazu gibt es kaum Gegenstände, die länger halten als eine Kettlebell aus Gusseisen – diese überstehen in der Regel über mehrere Generationen und sind somit im Endeffekt viel günstiger. Wie so oft gilt auch hier: Wer billig kauft, kauft zweimal.
Welches Kettlebell Gewicht sollten nun Anfänger nehmen?
Hier ist es sehr schwer, eine generelle Aussage zu treffen, weil das Kraftniveau von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ist.
Richtiges Kettlebell-Gewicht für Frauen:
- Durchschnitt: 8 kg für Oberkörper und 12 kg für Unterkörper
- Stark: 12-16 kg für Oberkörper und 16-20 kg für Unterkörper
Richtiges Kettlebell-Gewicht für Männer:
- Durchschnitt: 12 kg für Oberkörper, 16-20 kg für Unterkörper
- Stark: 16-20 kg für Oberkörper, 20-24 kg für Unterkörper
Fazit:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine Kettlebell für ein gutes Training und einer langen Haltbarkeit aus Eisen und nicht aus einem anderen Material sein sollte. Ob die Wahl auf eine Fitness, Competition oder verstellbare Kettlebell fällt, hängt von den jeweiligen Präferenzen, dem verfügbaren Budget und auch dem vorhandenen Platz ab.
Hoffentlich konnten wir dir mit diesem Artikel einen Überblick über die Welt der Kettlebells geben.
Die besten Kettlebells für dein Training:

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Ab 65,00 €Die Biomechanik des Kettlebell Swings
Die Ausführung des Kettlebell Swings wurde nicht zuletzt von Pavel Tsatsouline stark beeinflusst: Er lehrt den hüftdominanten Swing, wo die Bewegung durch eine Hüftbeugung eingeleitet und die Hamstrings auf Zug gebracht werden, während eine physiologisch gerade Wirbelsäule unbedingt beizubehalten und die Schultern nach unten zu ziehen sind. Die Hüfte wird dann möglichst explosiv gestreckt. (1)
Neben der hüftdominanten Ausführung existiert auch noch eine Variante des Swings, die mehr einer Kniebeuge ähnelt. Diese wird in der Regel jedoch eher im Kettlebell Sport eingesetzt, wo es nicht um einen maximalen Trainingseffekt, sondern um eine möglichst effiziente Ausführung einer Bewegung geht. Leider ist in manchen Studien nicht angegeben, welche Variante des Kettlebell Swings verwendet wurde.
Der hüftdominante Swing ist besonders wertvoll für das Athletiktraining, da er einen größeren Fokus auf die rasche exzentrische Kontrolle der Hamstrings im Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus bilden als andere Übungen wie etwa rumänisches Kreuzheben. Es wird auch argumentiert, dass die ischiokrurale Muskulatur somit gezielter für die sportspezifischen Anforderungen trainiert wird. (2)
Swings führen zu einer Aktivierung der Hamstrings in einer maximalen Dehnposition durch eine starke Hüftbeugung. Dies führt zu Hypertrophie in anderen Bereichen der Muskulatur als bei Übungen, wo die Muskulatur in vermehrt in einer kürzeren Position beansprucht wird wie etwa bei Nordic Hamstring Curls. (3)
Darüber hinaus wurde in EMG-Messungen festgestellt, dass Swings eine größere Aktivierung im m.semitendinosus bewirken als im biceps femoris. (4) Das ist insofern interessant, als auch im Sprint die medialen Anteile der Ischiocruralen Muskulatur mehr beansprucht als die lateralen. Somit könnten Swings eine sinnvolle Ergänzung für Sprinter sein. (5)
In einer Arbeit von Lake und Lauder wurden die mechanischen Anforderungen des Kettlebell Swings (16kg, 24kg und 32kg) untersucht und mit schweren Kniebeugen (bis zu 80% des 1RM) sowie Jump Squats verglichen. Die höchste Spitzenkraft wurde dabei bei den schweren Kniebeugen erreicht, die höchste Peak Power im Jump Squat ohne Zusatzlast. Der größte Impuls (= Masse x Geschwindigkeit) wurde jedoch mit dem Swing mit 32kg erreicht. Die größte Kettlebell-Geschwindigkeit wurde wenig überraschen mit der 16kg Kugel erreicht. (6)
| Kraft [N] = Masse [kg] x Beschleunigung [m/s2] Arbeit (work) = Kraft [N] x Weg [m] Power (Leistung) = (Arbeit/ Zeit oder Kraft x Geschwindigkeit) Impuls = Masse [m] x Geschwindigkeit (Vektor v). |
Die Spitzenkraft (= Peak Force) wird dazu verwendet, um Muskelkraft darzustellen und zu quantifizieren. Auch wenn die maximal aufbringbare Kraft einen wichtigen Faktor darstellt, ist für die Sportperformance die Rate, zu der die mechanische Arbeit verrichtet wird, wichtiger, sprich die Power. Es wurde auch bereits in mehreren Studien festgestellt, dass ein Training mit Lasten, die die Power maximieren, sowohl die Power als auch die Kraft verbessert haben. (6)
Ein wichtiger mechanischer Unterschied zwischen der Kniebeuge und dem Swing ist auch die Wirkrichtung der Kraft. Während in der Kniebeuge hauptsächlich vertikale Kräfte wirken, herrschen im Swing sehr starke horizontale Kräfte – die Kettlebell wird von der Hüfte primär nach vorne und nicht nach oben bewegt. (6)
Da besonders bei den ersten Schritten des Sprints die horizontale Kraftentwicklung von entscheidender Bedeutung ist, sollte der Swings als Übung für Sprinter keinesfalls vernachlässigt werden. (7) Kettlebell Swings könnten auch noch andere Trainingseffekte erzielen aufgrund des hohen generierten Impulses. (8)
Swings generieren eine maximale Aktivierung der Glutealmuskulatur nahe der vollständigen Hüftstreckung, in jenem Grad der Hüftbeugung, in der die Aktivität der Gesäßmuskulatur bei willkürlicher Anspannung am höchsten ist. (8) Und hier besteht wohl auch der größte Unterschied zum rumänischen Kreuzheben. Somit können Swings eine sinnvolle Ergänzung zum Training der Gesäßmuskulatur darstellen zu Kniebeugen oder Kreuzheben, wo die Hüftstreckermuskulatur hauptsächlich in einer starken Hüftbeugeposition trainiert wird.
Nicht zuletzt sollten auch die Anforderungen an die Rumpfmuskulatur bei einarmigen Swings berücksichtigt werden: So konnten Andersen et al. in EMG-Messungen feststellen, dass es im Gegensatz zur beidarmigen Variante bei einarmigen Swings zu höherer Muskelaktivität im oberen Teil des Erector Spinae contralateral und im Rectus Abdominis sowie in den External Obliques ipsilateral kommt. (9) Natürlich muss berücksichtigt werden, dass bei einarmigen Swings mit weniger Gewicht trainiert werden kann und somit die Belastung auf die hüftstreckende Muskulatur geringer ist.
Literaturverzeichnis
- Tsatsouline, Pavel. Enter the Kettlebell!: Strength Secret of the Soviet Supermen. s.l. : GAZELLE BOOK SERVICES, 2006.
- Matthews, Martyn und Cohen, Daniel Dylan. The Modified Kettlebell Swing. Strength and Conditioning Journal. February 2013, 35.
- Mette Kreutzfeldt Zebis, Jørgen Skotte, Christoffer H Andersen, Peter Mortensen, Højland H Petersen, Tine C Viskaer, Tanja L Jensen, Jesper Bencke, Lars L Andersen. Kettlebell swing targets semitendinosus and supine leg curl targets biceps femoris: an EMG study with rehabilitation implications. British Journal of Sports medicine. 2013, Dezember.
- Le Meur, Yann. Hamstring Electromyography during Kettlebell Swings. 2017.
- Jönhagen, Sven und Ericson, Mats. Amplitude and timing of electromyographic activity during sprinting. Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports. 1996, Februar.
- Lake, Jason und Lauder, Mike. Mechanical Demands of Kettlebell Swing Exercise. The Journal of Strength and Conditioning Research. Dezember, 2012, Volume 26 – Issue 12.
- Morin, Jean-Benoit, et al. Sprint Acceleration Mechanics: The Major Role of Hamstrings in Horizontal Force Production. Frontiers in Physiology. 2015, Dezember.
- Beardsley, Chris und Contreras, Bret. The Role of Kettlebells in Strength and Conditioning: A Review of the Literature. Strength and Conditioning Journal. Volume 36, 2014, Issue 3 – p 64-70.
- Andersen, Bidar, et al. Core Muscle Activation in One-Armed and Two-Armed Kettlebell Swings. Journal of Strength and Conditioning Reserach. 2016, 30.
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Ab 65,00 €Das optimale Schuhwerk für das Krafttraining
Laufschuhe
Laufschuhe sind für das Laufen konzipiert und sind mit einer dicken Sohle ausgestattet, um den Aufprall auf den Boden abzufedern. Dies ist beim Krafttraining jedoch kontraproduktiv, da das Ziel des Krafttrainings darin besteht, Gewichte zu heben und dafür ein möglichst stabiler und fester Stand vorteilhaft ist. Eine zu stark gepolsterte Sohle kann dazu führen, dass die Stabilität im Stand beeinträchtigt wird und es schwerer wird, das Gewicht zu heben. Durch gedämpfte Schuhe kommt es bei Kniebeugen bei vielen Menschen leichter zu einer Pronation, d.h. der Fuß kippt im Sprunggelenk nach innen, was dazu führt, dass auch das Knie nicht mehr in Richtung Zehen schaut und somit die Beinachse physiologisch nicht optimal ist.
Von allen Varianten sind Laufschuhe die schlechteste Alternative für schweres Krafttraining wie etwa Kniebeugen. Übrigens haben die meisten Fitnessschuhe das gleiche Problem. Diese können somit in die gleiche Kategorie gesteckt werden. Der einzige Vorteil von Lauf- oder Fitnessschuhen für Kniebeugen ist die meist erhöhte Ferse, die einen erhöhten Knievorschub und somit einen aufrechteren Oberkörper erlaubt. Jedoch kann dies auch ganz einfach mit Unterlager wie z.B. Gewichtsscheiben erreicht werden ohne weichen Untergrund.
Schuhe mit flacher, ungedämpfter Sohle
Eine deutlich bessere Wahl für das Krafttraining im Allgemeinen und für Kniebeugen im Speziellen sind Schuhe mit einer flachen, ungedämpften Sohle wie z.B. Convers. Durch die relativ dünne Sohle ermöglichen sie einen deutlich besseren Stand als typische Fitnessschuhe. Viele Oldschool-Bodybuilder tragen diese Art von Schuhen.
In diese Kategorie gehören auch Schuhe aus dem Kampfsport, die man immer wieder in Fitnessstudios sieht. Ein Nachteil bei diesen Schuhen könnte eventuell sein, dass sie nicht genug Bewegung im Sprunggelenk erlauben und somit der Knievorschub eingeschränkt ist. Am besten aber einfach ausprobieren.
Barfußschuhe
In den letzten Jahren kommen Barfußschuhe immer mehr in Mode und das aus gutem Grund. Barfußschuhe haben zum einen meist eine sehr dünne Sohle ohne jegliches Fußbett, wodurch die Fußmuskulatur gefordert wird. Zum anderen sind sie mit einer breiten Zehenbox ausgestattet, um den Zehen – allen voran der großen Zehe – genügend Platz zu bieten. Optisch ist dies zu Beginn zwar etwas gewöhnungsbedürftig, inzwischen gibt es aber schon viele verschiedene Firmen, die für jeden Geschmack optisch ansprechende Barfußschuhe anbieten.
Für das Krafttraining sind Barfußschuhe perfekt geeignet, allerdings wie auch bei anderen Schuhen ohne Fußbett mit der Voraussetzung, dass dein Fußgewölbe stark genug ist, die Stabilität und somit die Beinachse aufrecht zu erhalten.
Gewichtheberschuhe
Gewichtheberschuhe bieten eine breite und flache Sohle, die eine stabile Positionierung im Stand ermöglicht. Zusätzlich ist die Sohle mit einem erhöhten Absatz ausgestattet, um einen besseren Knievorschub und somit einen aufrechteren Oberkörper in der Kniebeuge zu ermöglichen. Der aufrechtere Oberkörper wiederum bewirkt, dass man eine tiefere Position in der Kniebeuge erreicht, bevor die Wirbelsäule im unteren Rücken entlordisiert, sprich rund wird – der bekannte butt wink.
Für das Olympische Gewichtheben bzw. Übungen daraus sind Gewichtheberschuhe so gut wie unerlässlich. Und auch für klassische Kniebeugen bieten die beiden oben angesprochenen Punkte Vorteile beim Training. Wer das Geld für diese – zugegebenermaßen nicht ganz billigen – Spezialschuhe allerdings nicht ausgeben will, der soll hier beruhigt werden: Sie sind für das klassische Krafttraining zwingend erforderlich. Ein Keil oder zwei Gewichtsscheiben unter den Fersen sind für die meisten Sportler ausreichend.
Trotzdem sei gesagt, dass Gewichtheberschuhe die erste Wahl für Schuhe bei Kniebeugen sind.
Barfußtraining
Barfuß zu trainieren ist für Füße, die bereits stark genug sind, eine super Sache. Aus gutem Grund ist das Training ohne Schuhe in den meisten Fitnessstudios allerdings nicht erlaubt und stellt somit für die meisten Menschen keine echte Alternative darf. Wer barfuß trainieren darf und kann und bei Kniebeugen das Fußgewölbe stabil hält ohne Einknicken, dem sei das Training ohne Schuhe wärmstens empfohlen.
Was mache ich, wenn meine Fußmuskulatur noch nicht stark genug ist und mein Fuß nach innen knickt?
Für diesen Fall empfiehlt es sich, generell viel barfuß zu gehen bzw. die Fußmuskulatur durch Übungen gezielt zu trainieren. Wer Schuhe mit einer weichen, dicken Sohle gewohnt ist und auf Barfußsschuhe oder komplett auf barfuß Gehen umsteigen will, sollte dies unbedingt langsam und Stück für Stück machen. Der Muskelkater in den Waden (oder eventuell auch in der Fußmuskulatur) ist sonst vorprogrammiert.
Bei Kniebeugen kann es vorerst Sinn auch machen, Schuhe zu verwenden, die das Fußgewölbe stützen. Allerdings sollte langfristig der Fuß stark genug werden, damit das nicht mehr nötig ist.
Fazit:
Welches Schuhwerk für dein Training optimal ist, hängt von deiner Fußstabilität sowie von deinem Training ab. Für Übungen aus dem Weightlifting sind Gewichtheberschuhe die erste Wahl. Für „konventionelles“ Krafttraining, sind flache Schuhe wie Convers, Barfußschuhe eine sehr gute Wahl. Am wenigsten zu empfehlen sind Lauf- oder klassische Fitnesschuhe mit einer weichen Sohle.
Du hast die passenden Schuhe aber bist noch auf der Suche nach dem passenden Trainingsequipment! Dann haben wir in unserem SHOP das Richtige für dich.

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Ab 24,50 €Arten von Kettlebell-Training
Hardstyle Kettlebell-Training
Der Kettlebell Hardstyle wurde und wird sehr stark von Pavel Tsatsouline propagiert und ist entsprechend auch die bekannteste Art des Trainings. Hier geht es darum, Kraft, Muskelaufbau oder die Explosivkraft zu maximieren. Die Übungen werden voller Power und mit einer starken Körperspannung ausgeführt.
Im Hardstyle kann man zwischen Grinds und ballistischen Übungen unterscheiden.
Bei den Grinds handelt es sich um Übungen wie etwa der Kniebeuge, Überkopfdrücken aber auch etwa der Turkish Get Up. Hier ist das Ziel, maximale Spannung in der Muskulatur zu erzeugen um so einen Zuwachs an Kraft und/oder Muskelmasse zu erreichen.
Zu den ballistischen Übungen zählen etwa der Kettlebell Swing, der Clean oder Snatch. Es findet ein ständiger Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung statt. Bei entsprechend hohen Lasten ist dieses Training perfekt für die Verbesserung der Power.
Auch die Atmung ist im Hardstyle anders als im Sport Style: Durch ein gezieltes Luftanhalten bzw. stoßförmiges Ausatmen wird der intra-abdominale Druck erhöht, um bestmögliche Stabilität im Rumpf und auch maximale Explosivität zu erreichen. So wird z.B. beim Swing am Ende der Hüftstreckung kurz und kräftig ausgeatmet. Durch eine offene und fließende Ausatmung kann oft die notwendige Stabilität nicht aufgebaut werden.
Somit der Hardstyle sehr gut für allgemeine Fitnessziele geeignet als auch für Athleten aus allen möglichen Sportarten, die höher springen oder schneller laufen bzw. auch ihr Verletzungsrisiko senken wollen.
Sportstyle Kettlebell-Training
Der Kettlebellsport ist eine Wettkampfsportart, bei der Ausdauer und nicht zuletzt auch mentale Stärke erforderlich ist. Im Kettlebell Sportstyle ist es wichtig, Bewegungen so effizient und ökonomisch wie möglich ausführen. Es wird somit nur jene Kraft angewendet, die die Kettlebell in die entsprechende Position bringt, um in einem bestimmten Zeitraum (meist 10 min) möglichst viele Wiederholungen einer bestimmten Übung zu schaffen.
Übungen dazu sind der Clean & Jerk sowie der Sntach.
Kettlebell-Jonglieren
Eins gleich vorweg: Das Jonglieren mit der Kettlebell macht riesen Spaß, aber birgt auch das größte Risiko zumindest für kleine Verletzungen.
Bei der Kettlebell-Jonglage wird meist eine (manchmal auch zwei) Kettlebell in der Luft auf möglichst viele verschiedene Arten gedreht und herumgeschleudert.
Dieser Sport erfordert eine hohe Hand-Augen-Koordination, Reaktionszeit und Konzentration. Die Übungen im Kettlebell Jonglieren sind sehr anspruchsvoll und erfordern viel Übung und Geduld. Manche Sportler verwenden für das Jonglieren mit der Kettlebell den Hardstyle, andere eher den Sportstyle, wobei die Grenzen hier eher fließend sind.
Während dieser Sport bei uns in Europa maximal ein Mini-Nischen-Dasein führt, gibt es z.B. in Russland auch Wettkämpfe, wo Punkte für verschieden Tricks vergeben werden. Auch Aufführungen von Kettlebell-Jongleuren als Unterhaltungsprogramm sieht man immer wieder.
Wichtige Voraussetzung für die Kettlebell-Jonglage ist das Beherrschen der grundlegenden Kettlebelltechniken wie dem Swing, Clean und dem Snatch.
Ein Wort noch zum Untergrund: Es ist sehr zu empfehlen, das Jonglieren mit der Kettlebell in einem großen Sandkasten bzw. einem Beachvolleyballplatz zu praktizieren. Eine Wiese ist nur zu empfehlen, wenn Löcher kein Problem sind.
Kettlebell-Flows
Du bist kein Freund des Laufbandes, möchtest aber trotzdem deine Ausdauer trainieren? Dann könnten Kettlebell-Flows das Richtige für dich sein.
Ein Kettlebell-Flow ist eine Abfolge von mehreren Bewegungsabläufen mit der Kettlebell, die fließend ineinander übergehen. Dabei sind weder bei der Auswahl der Übungen noch bei der Länge der Abläufe Grenzen gesetzt. Ein Beispiel für einen Flow wäre etwa ein einarmiger Clean, gefolgt von einer Bent Press mit einem anschließenden Overhead Squat. Anschließend wird die Bewegungsabfolge wieder von vorne ohne Pause wiederholt. Die Flows können sowohl mit einer oder auch mit zwei Kugeln ausgeführt werden.
Je nach Auswahl der Übungen und des verwendeten Gewichts können Kettlebell-Flows sehr gut als Warm Up / Finisher oder als Ausdauertraining verwendet werden.
Auch hier gilt wieder: Zuerst ist es wichtig, die Grundtechniken des Trainings mit der Kettlebell zu beherrschen. Deswegen sind Kettlebell-Flows nur für fortgeschrittene Kettlebell-Enthusiasten geeignet.
Fazit
Abhängig vom Ziel kann nun die jeweilige Trainingsart ausgewählt werden. Die Kettlebell bietet aber eine Übungsvielfalt wie kein anderes Trainingsgerät, die gerne auch voll ausgeschöpft werden darf. Denn das Wichtigste am Training ist immer noch, dass es Spaß macht. Denn nur ein Training, das du gerne machst, wirst du auch langfristig durchziehen.
Wichtig ist zu Beginn, die grundlegenden Übungen möglichst gut zu beherrschen, dann eröffnet sich dem Sportler eine schier unendliche Weite an Möglichkeiten, mit diesem wunderbaren Trainingsgerät die Fitness zu verbessern, neue Skills zu lernen und nebenbei auch noch Spaß zu haben.













